Das realgutachten Qualitätsversprechen: Zwei zertifizierte Immobiliengutachter und zwei Zertifizierungstempel – bei jedem Gutachten! > mehr dazu

Den richtigen Immobiliengutachter wählen: Der ultimative Guide

Fachlich durch Immobiliengutachter geprüft.

Inhaltsverzeichnis

Das wichtigste in Kürze:
  • Lassen Sie sich nicht von vermeintlich kostenfreien Bewertungen locken
  • Achten Sie auf eine Zertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17024 (DAkkS akkreditiert)
  • Entscheiden Sie sich für einen unabhängigen und neutralen Immobiliengutachter
  • Sprechen Sie den Immobiliengutachter im Zweifel direkt auf seine Qualifikation und Unabhängigkeit an

Warum ist die Wahl eines qualifizierten Immobiliengutachters so wichtig?

Egal ob es um den Kauf/Verkauf, eine Scheidung, Erbschaft, Schenkung oder um steuerliche Angelegenheiten geht, eine Immobilie ist für die meisten Menschen der größte Vermögensgegenstand ihres Lebens. Bei der Immobilienwertermittlung können kleinste Fehler drastische Auswirkungen haben. Immerhin geht es bereits bei wenigen Prozent Abweichung vom tatsächlichen Wert oft um mehrere Zehntausende Euro. Es überrascht uns daher, wie leichtfertig viele Immobilieneigentümer (oder die, die es werden wollen) bei der Auswahl des Immobiliengutachters vorgehen.

Zugegeben, vielen ist nicht bewusst, dass in Deutschland die Berufsbezeichnungen „Immobiliengutachter“ oder „Immobiliensachverständiger“ nicht rechtlich geschützt sind. Das hat zur Folge, dass sich jeder so nennen kann. Ob eine fachliche Ausbildung in der Immobilienwertermittlung absolviert wurde oder nicht spielt für die Berufsbezeichnung zunächst keine Rolle.

Viele Immobilieneigentümer verlassen sich auf auf die Bewertung durch einen Immobilienmakler oder einen vermeintlich kostenlosen Online-Rechner. Diese versprechen die schnelle und bequeme Immobilienbewertung. Wenn es Ihnen nur um einen groben Überblick des Immobilienwertes geht, kann ein Online-Rechner durchaus sinn machen. Diese weisen in der Praxis allerdings nur grobe Orientierungswerte, berechnet aus pauschalisierten Angebotsvergleichen. Einen belastbaren Immobilienwert können diese nicht liefern. Sie sollten sich daher für eine wirtschaftliche Entscheidungsgrundlage niemals auf einen Online-Rechner verlassen. Auch ein Makler ermittelt oftmals nicht den Marktwert einer Immobilie sondern schätzt auf Grundlage von Erfahrungswerten, für welchen Preis die Immobilie verkauft werden kann. Ob diese am Ende unter oder über dem Marktwert verkauft wird, bleibt oft fraglich.

Um einen belastbaren Immobilienwert zu erhalten ist es daher von entscheidender Bedeutung einen qualifizierten Immobiliengutachter zu wählen. Die nachfolgenden Informationen unterstützen Sie mit den wichtigsten Informationen, worauf Sie unbedingt achten sollten.

Woran erkennen Sie Fachkenntnisse und Erfahrung bei einem Immobiliengutachter?

Bei der Wahl des richtigen Immobiliengutachters sollten Sie unbedingt auf die Fachkenntnisse und Erfahrung achten. Hierbei sind Qualifikationsnachweise und Zertifizierungen ein erstes Indiz. Aber auch hier gibt es vieles, das zwar seriös scheint aber nicht wirklich für eine fachliche Qualifikation beziehungsweise die Anerkennung dieser entscheidend ist. Lassen Sie sich also nicht von phantasievollen Urkunden oder verbandseigenen Gütesiegeln blenden, die nach zweitägigen Wochenendseminaren vergeben werden.

Achten Sie lieber auf eine Zertifizierung nach der DIN EN ISO/IEC 17024 von einer nach der DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle) akkreditierten Zertifizierungsstelle. Um die Zertifizierung aufrechtzuerhalten ist der Immobiliensachverständige unter anderem verpflichtet regelmäßig Fortbildungen zu besuchen und sein Fachwissen jährlich nachzuweisen.

Achtung!

Achten Sie bei der DIN EN ISO/IEC 17024 unbedingt darauf, dass diese von einer nach der DAkkS akkreditierten Zertifizierungsstelle ist. Nur mit dieser Zertifizierung ist der Immobiliengutachter auch bei Behörden und Gerichten anerkannt.

Wenn Sie mehr über die DIN EN ISO/IEC 17024 erfahren möchten, lesen Sie gerne auch unseren Beitrag hierzu.

Unabhängigkeit und Neutralität: Das wichtigste Kriterium bei einem Immobiliengutachter

Das wertvollste Gutachten kann wertlos sein, wenn der Ersteller nicht objektiv ist. Bei der Bewertung von Immobilien können schnell Interessenskonflikte entstehen, die das Ergebnis verfälschen können oder die Anerkennung gefährden. Vor allem bei Scheidungsverfahren, Erbschaftsangelegenheiten oder steuerlichen Verwendungszwecken des Immobiliengutachtens ist es entscheidend, dass der Immobiliengutachter absolut unabhängig und neutral ist.

Insbesondere wenn ein Immobiliengutachter gleichzeitig Makler ist, ist Vorsicht geboten. Viele Immobilienmakler werben mit kostenfreien Immobilienwertgutachten. Was auf den ersten Blick verlockend wirkt, ist in Wahrheit eine Marketingmaßnahme zur Kundenakquise. Ein Makler verfolgt naturgemäß eigene wirtschaftliche Interessen. Möchte er sich den Auftrag sichern, neigt er eventuell dazu, den Immobilienwert zu hoch einzustufen, um den Verkäufer zu locken. Oft ist die Immobilie hierdurch aber sehr lange in der Vermarktung und muss in vielen Schritten nach unten auf den tatsächlichen Marktwert herabgestuft werden. Möchte er einen schnellen Provisionsabschluss ohne langen Verhandlungsaufwand, tendiert er möglicherweise dazu, den Immobilienwert niedriger anzusetzen. Sollte es bei Ihrem Zweck des Wertgutachtens nicht um den Kauf beziehungsweise Verkauf der Immobilie gehen, haben Sie das gleiche Problem.

Auch hier hilft es, wenn Sie auf eine Zertifizierung nach der DIN EN ISO/IEC 17024 von einer nach der DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle) akkreditierten Zertifizierungsstelle achten. Denn diese prüft ebenfalls die Unabhängigkeit der zertifizierten Immobiliengutachter.

Lokales Wissen: Warum der Sachverständige aus der Region punktet

Auch das beste Fachwissen hilft nicht viel, wenn sich der Immobiliengutachter regional nicht auskennt. Immobilienmärkte sind sehr unterschiedlich und hängen stark von dem Stadtgefüge und auch teilweise von dem Ruf einzelner Stadtteile oder Straßen ab.

Beispiel:

Der Mannheimer Stadtteil Neckarstadt-West genießt nicht den besten Ruf, wohingegen der benachbarte Stadtteil Neckarstadt-Ost einen besseren Ruf genießt. Das macht sich auch in den Immobilienwerten bemerkbar.

Hierbei ist es aber nicht entscheidend, dass der Immobiliengutachter auch aus der selben Stadt kommt, in der Ihre Immobilie liegt, sondern dass er über regionale Marktkenntnisse verfügt. Diese kann er sich auch über eine regelmäßige Tätigkeit in den entsprechenden Lagen erarbeitet haben.

Auch ein regionales Netzwerk kann entscheidend sein. Immobiliengutachter, die in regelmäßigem Austausch mit den lokalen Gutachterausschüssen stehen, können hier punkten. Diese sind nicht auf die Wertermittlung mit bundesweiten Online-Indizes angewiesen, sondern können regionale Marktdaten anwenden und wissen auch wie diese ermittelt wurden und können sie daher besser objektspezifisch anpassen. Ist der Immobiliengutachter zusätzlich in einem Gutachterausschuss ehrenamtlich engagiert profitiert er von einem noch tieferen Einblick.

Ruf prüfen: Wie Sie Referenzen und Kundenbewertungen richtig deuten

Vor der Beauftragung lohnt sich eine gründliche Recherche über den Ruf des Sachverständigenbüros. Nutzen Sie dabei verschiedene Informationsquellen und hinterfragen Sie die Bewertungen kritisch.

Achten Sie bei Online-Bewertungen darauf, dass diese auch inhaltliche Details enthalten. Ausführliche Schilderungen wie „Das Gutachten wurde vom Finanzamt für die Erbschaftssteuer ohne Beanstandung akzeptiert“ oder „Der Ortstermin war extrem gründlich, Bauschäden wurden entdeckt“ sind ein Indikator für echte Qualität. Auch die Anzahl der Bewertungen spielt ein Rolle. Viele gute Bewertungen sprechen für einen guten Ruf.

Achtung!

Ein genauer Blick auf die Bewerter lohnt sich. Stammen auffallend viele Rezensionen von sogenannten „Local Guides“, ist Vorsicht geboten. Solche Profile werden von Agenturen oft gezielt gekauft, um künstlich Vertrauen zu erwecken. Bei echten Unternehmen mischen sich die Meinungen ganz normaler Kunden. Wirkt die Liste dagegen fast nur mit „Local Guides“ besetzt, sollten Sie skeptisch werden.

Schauen Sie sich auch die Website gut an. Wer auf seiner Website mit offenen Karten spielt, hat auch bei der Wertermittlung Ihrer Immobilie nichts zu verbergen. Ein seriöser Immobiliengutachter versteckt sich nicht hinter anonymen Callcentern. Auf der Website sollten der Inhaber, die konkreten Qualifikationen, Zertifikatsnummern und das Impressum transparent einsehbar sein. Achten Sie auch darauf, dass nicht nur mit bunten Logos geworben wird, sondern auch die konkreten Registrier- oder Zertifikatsnummern genannt werden. Damit können Sie auf der Website der jeweiligen Zertifizierungsstelle (z. B. HypZert, Sprengnetter) in Sekundenschnelle überprüfen, ob die Qualifikation noch aktuell ist.

Transparente Methodik: So arbeitet ein seriöser Immobiliengutachter

Die Ermittlung des Verkehrswertes gemäß § 194 Baugesetzbuch (BauGB) ist keine Schätzung, sondern ein streng reguliertes Verfahren nach der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV). Ein professioneller Immobiliengutachter legt seine Berechnungswege stets lückenlos und nachvollziehbar offen.

Der Ablauf bei der Erstellung eines Immobilienwertgutachtens erfolgt in der Regel nach einem einheitlichen Verfahren. Zunächst werden die Unterlagen gesichtet, die Sie vor dem Besichtigungstermin zur Verfügung stellen können. Im Anschluss findet die Immobilienbesichtigung statt, bei der auch noch nicht zur Verfügung gestellte Unterlagen übergeben werden können. Danach beginnt die eigentliche Arbeit des Immobiliengutachters. Dieser wertet die Marktdaten im Bezug auf das Bewertungsobjekt aus, ermittelt den Wert Ihrer Immobilie, plausibilisiert das Ergebnis und verfasst den textlichen Teil ihres Kurzgutachtens beziehungsweise Verkehrswertgutachtens. Im Anschluss erhalten Sie das fertige Wertgutachten. Ein seriöser Immobiliengutachter steht Ihnen aber auch nach der Fertigstellung bei Fragen zur Verfügung.

Kosten für ein Immobiliengutachten: Warum transparente Festpreise überzeugen

Ein wesentliches Qualitätsmerkmal eines seriösen Immobiliengutachterbüros ist eine vollkommen transparente Honorarstruktur. Seit dem Wegfall der zwingenden Tarifbindung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) für Immobiliengutachten können die Preise frei vereinbart werden.

Einige Anbieter machen ihr Honorar prozentual abhängig von dem ermittelten Verkehrswert der Immobilie. Dies ist aus Sicht der Unabhängigkeit kritisch zu bewerten, da hierdurch ein höherer ermittelter Immobilienwert ein höheres Honorar für den Immobiliengutachter zur Folge hat. Das erzeugt Anreize für tendenziell höhere Wertansätze bei der Immobilienbewertung.

Ein seriöses Sachverständigenbüro kalkuliert das Honorar auf Basis des tatsächlichen Bearbeitungsaufwands und bietet Ihnen vor Auftragsvergabe einen verbindlichen Festpreis.

Vorsicht!

Prüfen Sie Angebote genau auf versteckte Kosten. Einige Anbieter locken mit vermeintlich günstigen Preisen wie Honoraren ohne gesetzliche Mehrwertsteuer oder versteckten Anfahrtskosten.

Ein professioneller Immobiliengutachter berät Sie zudem im Vorfeld ehrlich darüber, welche Form des Gutachtens für Ihren konkreten Fall erforderlich ist. In vielen Fällen reicht ein kostengünstigeres Kurzgutachten aus, vor allem wenn es nur um die Preisfindung beim privaten Hauskauf oder -verkauf innerhalb der Familie geht. Ein Verkehrswertgutachten ist in der Regel nur erforderlich, wenn Behörden, Finanzämter oder Gerichte involviert sind oder es sich um komplexe Sachverhalte handelt.

Kommunikation und Erreichbarkeit: Woran Sie professionellen Service erkennen

Neben der reinen Fachkompetenz entscheidet auch die menschliche und organisatorische Abwicklung darüber, wie stressfrei der Bewertungsprozess für Sie verläuft.

Merkmale eines erstklassigen Kundenservice:

  • Schnelle Reaktionszeiten: Ihre Anfrage wird binnen eines Werktages beantwortet. Termine für die notwendige Besichtigung Ihrer Immobilie werden zeitnah vergeben.
  • Kostenlose Erstberatung: Der Immobiliengutachter klärt im Vorfeld telefonisch, was Sie genau benötigen und wie er Ihnen dabei helfen kann.
  • Verständliche Sprache: Ein guter Sachverständiger versteckt sich nicht hinter unverständlichem Paragrafen-Deutsch. Er erklärt Ihnen die Ergebnisse des Wertgutachtens nach der Fertigstellung in klaren, verständlichen Worten.
  • Nachbetreuung: Auch nach der Rechnungsstellung steht Ihnen der Immobiliengutachter für Rückfragen zur Verfügung.

Fazit: Beauftragen Sie den passenden Experten für Ihre Immobilienbewertung

Eine fehlerhafte Immobilienbewertung kann Sie teuer zu stehen kommen. Indem Sie auf einen qualifizierten, zertifizierten und regional verankerten Immobiliengutachter setzen, erwerben Sie finanzielle Sicherheit und emotionale Entlastung.

Lassen Sie sich bei der Auswahl nicht von günstigen Preisen ohne Substanz oder von kostenlosen Online-Tools verführen. Setzen Sie auf nachweisbare Fachkunde, Transparenz und persönliche Beratung.

Immobiliengutachter kontaktieren

Weitere Fragen zur Wahl des richtigen Immobiliengutachter

Wie finde ich einen guten Immobiliengutachter?

Einen guten Immobiliengutachter finden Sie am sichersten über offizielle Zertifizierungen wie eine öffentliche Bestellung oder DIN-Norm, regionale Marktkenntnis und transparente Festpreise.

Welche Immobilienbewertung akzeptiert das Finanzamt?

Das Finanzamt akzeptiert bei der Erbschaft- oder Schenkungssteuer im Wesentlichen drei Nachweise: Gutachten von öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen, Gutachten von nach DIN EN ISO/IEC 17024 zertifizierten Gutachtern oder den tatsächlichen Kaufpreis, wenn die Immobilie innerhalb eines Jahres nach dem Stichtag verkauft wurde.

Wie lange dauert ein Gutachten für eine Immobilie?


Ein gerichtsfestes Verkehrswertgutachten dauert in der Regel 4 bis 8 Wochen. Die tatsächliche Bearbeitungszeit beginnt allerdings erst, wenn alle Unterlagen vorliegen.

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